26D: Feldfunde: Pferd und Ausrüstung

Feldfunde rund um Pferd und Marschbetrieb: Trensen, Sporen, Hufeisen und Teile von Pferdegeschirr zeigen die zentrale Rolle der Kavallerie. Dazu Werkzeug, Geschosssplitter sowie Eisen- und Bleikugeln unterschiedlicher Kaliber und weitere Waffenteile. Ein Pferdeschädel erinnert an die Belastungen von Mensch und Tier. Ergänzend Blankwaffen: bayerischer Grenadiersäbel (um 1800) und französischer „sabre briquet“ (M 1801).

26C: Wagram und Aspern – Drucke und Bildzeugnisse

Die vier Blätter zeigen zentrale Motive der Ereignisse von 1809: Napoleon mit seinem Sohn im Bibliothekszimmer über einer ausgebreiteten Landkarte (Planung und Herrschaftssymbolik), der kolorierte Druck „Bataille de Wagram“ (Schauplatz bei Deutsch-Wagram), der Übergang über die Donau in der Nacht vom 4. auf 5. Juli als entscheidendes Manöver vor der Schlacht sowie Erzherzog Carl in der Schlacht bei Aspern, umrahmt von weiteren Kampfszenen – in zeitgenössischer Bildsprache.

26B: Spuren der Schlacht – Feldfunde

Zahlreiche Feldfunde: Uniformknöpfe, Schnallen, Ladestöcke, Wäscheknöpfe und verschiedene Waffenteile – kleine Metallobjekte, die vom Soldatenalltag ebenso erzählen wie vom Kampfgeschehen. Dazu ein Totenkopf sowie ein Kieferrest mit Zahn als eindringliche Spuren des Gefechts. Ergänzend sind mehrere Blankwaffen bzw. Klingen zu sehen: ein Grenadiersäbel aus Frankreich, eine Pallaschklinge (für Artillerie), ein Hirschfänger sowie ein Bajonett (preußisch, Modell 1809).

26A: Von Wien nach Waterloo

Die vier Darstellungen spannen den Bogen von den Kämpfen des Jahres 1809 bis zum Ende der napoleonischen Ära 1815: eine Reiterschlacht bei Aspern, die Belagerung Wiens am 11. Mai 1809 (Kapitulation am 12. Mai; Schlüsselübergabe am 13. Mai, Einzug der Franzosen um 6 Uhr früh), „La Bivouac de Napoléon“ zur Schlacht bei Wagram sowie die Schlacht bei Waterloo am 18. Juni 1815. Sie zeigen Lager, Angriff, Stadtkrieg und Entscheidungsschlacht in zeittypischer Bildsprache.

25B: Pfahlschuh (Brückenbau, 1809)

Dieser eiserne Pfahlschuh wurde bei Baggerarbeiten im Bereich des Freudenauer Hafens gefunden und dem Museum übergeben. Als Pfahlschuh bezeichnet man eine eiserne Verstärkung an der Spitze eines Holzpfahls. Sie erleichtert das Einrammen in den Untergrund und schützt den Pfahl vor Beschädigung. Da im Jahr 1809 mehrere militärische Behelfsbrücken über die Donau errichtet wurden, könnte der Fund zu einer solchen Konstruktion gehört haben, etwa zu einer schmäleren Infanteriebrücke. Eine gesicherte Zuordnung ist nicht möglich.

25A: Staatsfinanzen nach 1809

Die Kriege von 1809 belasteten die Staatskasse stark und zwangen die Monarchie zu neuen Finanzinstrumenten. Die k.k. Hofkammer-Obligation zu 5 % vom 8. Oktober 1810 steht für die Aufnahme von Kapital über verzinste Wertpapiere. Der unverzinsliche Darlehensschein der k.k. Niederösterreichischen Landesregierung vom 30. August 1809 zeigt eine ergänzende, kurzfristige Kreditmaßnahme, um unmittelbar nach dem Feldzug Mittel bereitzustellen. Trotz solcher Maßnahmen kam es 1811 zum Staatsbankrott.

24: Miniatursoldaten der napoleonischen Kriege

Rund 100 bemalte Miniatursoldaten aus der Zeit Napoleons, geordnet auf einem mehrstufigen Podest. Es handelt sich um Zinnfiguren der Sammlerreihe von del Prado, einer der bekanntesten Serien der letzten Jahrzehnte. Die Figuren zeigen unterschiedliche Uniformen, Kopfbedeckungen und Ausrüstungen – von Linieninfanterie über Elite- und leichte Truppen bis zu weiteren Waffengattungen. Kleine Beschriftungen ordnen die einzelnen Soldaten den jeweiligen Typen und Einheiten zu; einzelne Fahnen/Standarten sind ebenfalls dargestellt.

23B: Österreichische Generalsuniform, um 1809

Nachbildung einer österreichischen Generalsuniform zur Zeit der Napoleonischen Kriege: Zweispitz (Bicorne), heller Rock mit Goldtressen, rote Weste und rote Beinkleider, dazu Schärpe und Degen. Das Reenactment-Ensemble wurde von Romain Baulesch († 2015) getragen, einem Begründer des Reenactments in Österreich; er war im Umfeld des Vereins Forum Aspern aktiv. Baulesch organisierte 1999 die 190-Jahr-Feier in Deutsch-Wagram und verfasste die Festschrift. Leihgabe von Margot Baulesch.

23A: Fragment des „Napoleonbaums“

Der sogenannte „Napoleonbaum“ war eine Schwarzpappel im Gebiet Helmahof (heute Teil von Deutsch-Wagram) und ein bekannter Orientierungspunkt. 1928 wurde der Baum zum Naturdenkmal erklärt (Stammumfang damals 5,3 m). In den Stamm war eine eiserne Öse eingewachsen – vermutlich zum Anbinden von Pferden; das Holzfragment im Museum bewahrt dieses Detail. Ein direkter Bezug zu Napoleon Bonaparte ist nicht belegt. 2005 wurde der Baum durch einen Brand zerstört; später wurde an seiner Stelle ein neuer Baum gepflanzt.