Geschichts- und Stadtführung mit den Naturfreunden Deutsch-Wagram
Am Sonntag, dem 16. August 2026, unternahmen Mitglieder der Naturfreunde, Ortsgruppe Deutsch-Wagram, gemeinsam mit Fritz Quirgst, Präsident der Museumsgesellschaft, eine Geschichts- und Stadtführung. Mit dabei war auch der Vorsitzende der Ortsgruppe, Herbert Pfaffstätter. Zu Beginn spannte Fritz Quirgst den historischen Bogen von der frühen Besiedlung in der Zeit der Babenberger bis zur ersten urkundlichen Erwähnung Wagrams im Jahr 1258 in einem Urbar Ottokars von Böhmen. Einen besonderen Schwerpunkt bildete diesmal das Alte Dorf. Bei der Informationstafel in der Sachsenklemme, gegenüber dem Denkmal der Schlacht bei Wagram, erzählte Quirgst von den Ereignissen des Jahres 1809 und den schweren Kämpfen, die sich gerade in diesem Bereich abspielten.
Dabei wurde auch sichtbar, wie stark sich der alte Ortskern im Laufe der Jahrhunderte verändert hat. Die heutige Franz-Mair-Straße und die Rohrergasse bildeten einst die beiden Seiten des Dorfangers, durch den bis 1772 der Rußbach verlief. Wo heute das Denkmal steht, befand sich früher die Wallnerschwemme. Der Ortsteich diente als Pferdeschwemme und Feuerlöschteich und wurde 1905 zugeschüttet. Wenige Jahre später entstand an dieser Stelle das 1909 feierlich enthüllte Denkmal. Auch die frühere Hauptstraße verlief anders als heute: Sie führte durch das Alte Dorf und über die inzwischen verschwundene Wallner-Brücke über den Rußbach. Entlang dieser alten Verkehrsverbindung lag auch das heute nicht mehr bestehende Gasthaus Wallner. Eine weitere Station war das sogenannte Baron-Haus in der Franz-Mair-Straße 21. Das damalige Haus Nr. 19 wurde 1839 von Hugo Freiherr von Tkalcsevich erworben. Mit seinem Namen ist bis heute die Monumentalkapelle verbunden, die er 1859 zur Erinnerung an die Gefallenen der Schlacht bei Wagram stiftete.
In der Rohrergasse machte die Gruppe bei der ehemaligen Bäckerei Prochaska, vormals Hager, Halt. Die Bäckerei wurde bereits 1752 gegründet und 1773 von Joseph Hager vom Bäcker Träxl übernommen. Fritz Quirgst berichtete hier auch von der schwierigen Versorgungslage vor der Schlacht bei Wagram: Niedriger Wasserstand beeinträchtigte den Betrieb der Mühlen, wodurch Mehl knapp wurde. Während des Rundgangs hatte Quirgst auch historische Fotografien mitgebracht, die einen Eindruck davon vermittelten, wie einzelne Häuser, Straßen und Bereiche früher ausgesehen haben. Anschließend führte die Route weiter zur Stadtpfarrkirche, zur alten Volksschule in der Kirchengasse und zur Kultur[er]leben-Tafel bei der Skulptur „Johannes der Täufer – Rufer in der Wüste“. Über das Schulzentrum, die heutige Musikschule und den Marktplatz ging es schließlich in den Dr.-Sahulka-Park.
Den Abschluss bildete die Monumentalkapelle – und damit schloss sich zugleich der Kreis zum zuvor besuchten Baron-Haus und zu Hugo Freiherr von Tkalcsevich. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Naturfreunde folgten den Erzählungen von Fritz Quirgst mit großem Interesse.
Die Museumsgesellschaft bedankt sich herzlich bei den Naturfreunden, Ortsgruppe Deutsch-Wagram, für das Interesse an der Geschichte unserer Stadt sowie bei Christa Pfaffstätter für die Fotos der Führung.
Autor: Christian Matula
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