Lange Nacht der Museen 2026 in Deutsch-Wagram
Geschichte, Musik und beste Stimmung
Am Samstag, dem 3. Oktober 2026, beteiligte sich Deutsch-Wagram wieder an der österreichweiten „Langen Nacht der Museen“ des ORF. Von 18:00 bis 24:00 Uhr öffneten das Napoleonmuseum, das Stadtmuseum und das Eisenbahnmuseum ihre Türen und luden zu einem abwechslungsreichen Abend mit Führungen, historischen Vorführungen, Vorträgen und vielen Gelegenheiten zum persönlichen Austausch ein.
Das ungewöhnlich warme und angenehme Herbstwetter bot dafür die besten Voraussetzungen. Die Museen waren gut besucht, die Stimmung unter den Gästen und Mitwirkenden ausgezeichnet und mehr als 65 Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, die Geschichte Deutsch-Wagrams an einem Abend auf ganz unterschiedliche Weise zu erleben.
Die feierliche Eröffnung fand um 18:00 Uhr beim Eisenbahnmuseum statt. Das Blasorchester der Musikschule Deutsch-Wagram sorgte mit einem Platzkonzert gleich zu Beginn für beste Stimmung. Museumspräsident Friedrich Quirgst begrüßte die zahlreichen Gäste herzlich – und ließ sich von der Musik sogar zu einigen Tanzschritten bei einer Polka hinreißen.
Unter den Gästen waren unter anderem Gemeinderätin Carina Poppe, Gemeinderätin und Vizepräsidentin der Museumsgesellschaft DI Dr. Bettina Bergauer, Kulturgemeinderat und Vizepräsident der Museumsgesellschaft Mag. Franz Spehn, Eisenbahnmuseumsdirektor Rudolf Rossak, Stadtmuseumsdirektor Ing. Manfred Groß, Napoleonmuseumsdirektor Mag. Michael Wenzel, Wolfgang Lachnit vom Traditionsverein Infanterie-Regiment Nr. 3 Erzherzog Carl sowie Irmela und Robert Ebhart von TV21.
Eröffnung der „Langen Nacht der Museen 2026“ vor dem Eisenbahnmuseum Deutsch-Wagram. V. l.: Ing. Manfred Groß (Stadtmuseum), Herbert Weiss, Rudolf Rossak (Eisenbahnmuseum), Brigitte Rossak, Gemeinderätin Carina Poppe, Mag. Franz Spehn, Museumspräsident Friedrich Quirgst, DI Dr. Bettina Bergauer und Wolfgang Lachnit (IR3). Foto: © Christian Matula
Auch das Eisenbahnmuseum selbst war ein wichtiger Bestandteil des Abends. Bei Führungen durch die Ausstellung erhielten die Besucherinnen und Besucher Einblicke in die Geschichte der Eisenbahn und ihre besondere Bedeutung für Deutsch-Wagram. Nach dem Platzkonzert marschierten das Blasorchester der Musikschule Deutsch-Wagram, die Reenactors des Traditionsvereins Infanterie-Regiment Nr. 3 Erzherzog Carl und die Gäste gemeinsam weiter zum Erzherzog Carl-Haus, wo Napoleonmuseum und Stadtmuseum ein ebenso abwechslungsreiches Programm boten.
Ein besonderer Blickfang waren die historischen Vorführungen des Traditionsvereins Infanterie-Regiment Nr. 3 Erzherzog Carl. Um 19:00 Uhr und nochmals um 21:00 Uhr wurden historische Uniformen diesmal in Form einer kleinen Modeschau präsentiert. Auf unterhaltsame Weise konnten die Besucherinnen und Besucher dabei die unterschiedlichen Uniformierungen der Zeit näher kennenlernen.
Im Napoleonmuseum fanden um 18:45 Uhr und 22:30 Uhr Führungen durch die Sammlung zur Schlacht bei Wagram und zur napoleonischen Zeit statt. Die einzelnen Bereiche der Ausstellung sind mittlerweile mit neuen dreisprachigen Informationstafeln ausgestattet. Über QR-Codes können Besucherinnen und Besucher weiterführende Informationen abrufen und zusätzlich Audioguides in deutscher und englischer Sprache direkt auf dem eigenen Smartphone anhören.
Im Stadtmuseum präsentierte Direktor Ing. Manfred Groß bei seinen Führungen um 19:30 Uhr und 21:30 Uhr das neu gestaltete Museum. Ein großer Touch-Monitor ermöglicht es den Besucherinnen und Besuchern, selbst durch die Geschichte Deutsch-Wagrams zu navigieren. Groß stellte außerdem die umfangreiche Topothek Deutsch-Wagram mit mittlerweile knapp 10.000 historischen Bildern vor.
Spontane Polka zur Eröffnung: Stadtmuseumsdirektor Manfred Groß forderte Gemeinderätin Carina Poppe zum Tanz auf. Von der guten Stimmung angesteckt, setzte Museumspräsident Friedrich Quirgst die Polka mit Carina Poppe und anschließend mit Vizepräsidentin Bettina Bergauer fort. Fotos: © Christian Matula
Dass Geschichte nicht nur betrachtet, sondern auch gehört werden kann, zeigte er anhand verschiedener historischer Geräte. Neben einem Grammophon führte Groß ein „Monopol“-Musikspielwerk aus der Zeit um 1890 vor. Diese Lochplatten-Spieldosen wurden von der Leipziger Firma Paul Ehrlich & Co. produziert und spielten Musik von auswechselbaren runden Metallplatten mit gestanzten Haken und Löchern. Dadurch konnten die Besitzer für ihr Musikspielwerk ganze Sammlungen unterschiedlicher Melodien anlegen. Ebenfalls zu hören war ein Edison „Gem“-Phonograph aus der Zeit um 1905. So wurde die Entwicklung der Musikwiedergabe für die Besucherinnen und Besucher nicht nur sichtbar, sondern auch unmittelbar hörbar.
Einen besonderen Schwerpunkt des Abends setzte Napoleonmuseumsdirektor Mag. Michael Wenzel mit seinem Vortrag „Objekte ‚erzählen‘: Unscheinbar, aber schicksalhaft – Der Säbel des Hauptmanns Clanner von Engelshofen“, der um 20:30 Uhr und nochmals um 22:00 Uhr im Erzherzog Carl-Saal stattfand.
Im Mittelpunkt stand Johann Nepomuk Ritter von Clanner von Engelshofen aus Kuttenberg in Böhmen, Hauptmann im Infanterieregiment Nr. 47 Vogelsang, der während der Schlacht bei Wagram am 5. Juli 1809 fiel. Wenzel zeichnete anhand zeitgenössischer Quellen und Augenzeugenberichte die dramatischen Kämpfe nach und widmete sich besonders dem im Napoleonmuseum ausgestellten Säbel Clanners. Bemerkenswert ist, dass der Offizier statt des eigentlich vorgeschriebenen Degens einen individuell angefertigten, einem Grenadiersäbel ähnlichen Säbel führte. Auch der Weg des Stückes über das Stadtmuseum Gmunden nach Deutsch-Wagram wurde dargestellt.
Zwischen Führungen, Vorträgen und Vorführungen blieb natürlich auch genügend Zeit zum gemütlichen Beisammensein. Michael Adler und sein Team verwöhnten die Gäste im Museumshof mit köstlichen Snacks und Erfrischungen. Das warme Wetter lud dazu ein, lange im Freien zu bleiben, und ein Lagerfeuer im Museumsgarten sorgte zusätzlich für eine besonders stimmungsvolle Atmosphäre. Viele Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, noch lange zusammenzusitzen, miteinander ins Gespräch zu kommen und den Museumsabend gemütlich zu genießen.
Weitere Fotos von der Veranstaltung: © Christian Matula, Mag. Franz Spehn, Helmut Schneider
So wurden die drei Museen an diesem Abend wieder einmal im wahrsten Sinne des Wortes mit Leben erfüllt. Musik, historische Uniformen, spannende Vorträge und Führungen, historische Tonaufnahmen, persönliche Gespräche und das Lagerfeuer im Museumsgarten machten die Lange Nacht der Museen in Deutsch-Wagram zu einem besonderen Erlebnis.
Die Museen und die Museumsgesellschaft Deutsch-Wagram sind ein wichtiger Motor für die Bewahrung und Vermittlung der Geschichte der Stadt. Zugleich sind sie ein Anziehungspunkt für zahlreiche Gäste, die auch von außerhalb nach Deutsch-Wagram kommen, um sich mit der Geschichte des Ortes, der Eisenbahn und der Schlacht bei Wagram auseinanderzusetzen.
Nach diesem rundum gelungenen Abend waren sich Gäste und Mitwirkende einig: Auch im kommenden Jahr soll Deutsch-Wagram wieder bei der Langen Nacht der Museen dabei sein.
Die Museumsgesellschaft Deutsch-Wagram
Autor: Christian Matula, Mag. Franz Spehn
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