Napoleon und die „Schlacht bei Wagram“
Napoleon Bonaparte stieg während der Französischen Revolution rasch zum erfolgreichen General auf, übernahm 1799 als Erster Konsul die Macht in Frankreich und ließ sich 1804 zum Kaiser krönen. Durch seine Feldzüge, aber auch durch Reformen wie den Code Civil, prägte er Europa weit über Frankreich hinaus. Der Feldzug gegen Österreich im Jahr 1809 wurde zu seinem letzten erfolgreichen Feldzug.
Nach der Einnahme Wiens erlitt Napoleon bei Aspern-Essling zunächst eine überraschende Niederlage gegen Erzherzog Carl. Für die Entscheidung bei Wagram bereitete er den erneuten Donauübergang sorgfältig vor, sammelte starke Kräfte und setzte am 6. Juli auf Angriffe im Zentrum sowie bei Markgrafneusiedl. Die österreichische Armee musste schließlich den Rückzug antreten. Die Kämpfe führten zum Waffenstillstand von Znaim und später zum Frieden von Schönbrunn.
Autor: Mag. Michael Wenzel
Audio Guide: Christian Matula
Foto: © Jacques-Louis David, „Napoleon in seinem Arbeitszimmer“
Public Domain, National Gallery of Art
Kaiserliches Wappen Napoleons I.
CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Napoleon Bonaparte
als Kaiser „Napoleon I.“
Napoleon Bonaparte wurde am 15. August 1769 in Ajaccio auf Korsika geboren. Während der Französischen Revolution stieg er rasch zum erfolgreichen General auf und gewann zahlreiche Schlachten und Kriege, vor allem gegen Österreich, und erlangte großen politischen Einfluss.
1799 übernahm er als Erster Konsul die Macht in Frankreich, 1804 ließ er sich zum Kaiser der Franzosen krönen.
1805 besiegte Napoleon bei Ulm und Austerlitz die österreichisch-russische Allianz. Durch die Gründung des Rheinbundes, eines Zusammenschlusses deutscher Staaten im Bündnis mit Frankreich, veränderte sich das Machtgefüge in Mitteleuropa nachhaltig. Napoleon prägte Europa nicht nur durch seine Feldzüge, sondern auch durch tiefgreifende Reformen.
Mit dem Code Civil, der Neuordnung der Verwaltung sowie Veränderungen im Justiz- und Bildungswesen schuf er Strukturen, die weit über Frankreich hinaus wirkten und in vielen Staaten Spuren hinterließen.
Der Feldzug von 1809 gegen Österreich sollte sein letzter erfolgreicher Feldzug sein. Napoleon stand am Höhepunkt seiner Macht.
Nach dem verlorenen Russlandfeldzug 1812 und der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 dankte Napoleon 1814 ab und wurde auf die Insel Elba verbannt.
Nach seiner Rückkehr während der „Hundert Tage“ erlitt er 1815 bei Waterloo seine endgültige Niederlage. Er verstarb am 5. Mai 1821 während seiner Verbannung auf der Insel St. Helena.
The battle of Wagram in 1809
© Horace Vernet, PD, via Wikimedia Commons
Napoleon
und die „Schlacht bei Wagram“
Nach den Siegen bei Regensburg in Bayern im April marschierte Napoleon mit seiner Armee in Österreich ein. Wien musste nach kurzer Beschießung am 13. Mai kapitulieren. Napoleon überquerte mit seiner Armee die Donau und wurde – für ihn völlig überraschend – von der österreichischen Armee unter Erzherzog Carl bei Aspern und Essling am 21. und 22. Mai 1809 geschlagen.
Doch Napoleon bewies auch in Krisen stets sein militärisches Genie: Die Lobau wurde zur Festung ausgebaut, drei feste statt einer zerbrechlichen Floßbrücke und zahlreiche Verstärkungen sollten ihm diesmal den Erfolg bringen. Unter dem Schutz eines schweren Gewitters brachte Napoleon am
4. Juli seine rund 170.000 Mann starke Armee aus der Lobau ins Marchfeld. Die beiden folgenden Tage sollten das Schicksal der Monarchie entscheiden.
Am 5. Juli gelang es Napoleon nicht, die österreichischen Stellungen „am Wagram“ zu durchbrechen. Am 6. Juli konzentrierte er seine Truppen im Zentrum, zog Verstärkungen heran und ordnete an, Markgrafneusiedl anzugreifen und zu überflügeln.
Im Zentrum versuchte er, mit der „Grand Batterie“ die Entscheidung herbeizuführen. Die Österreicher mussten sich mittags der Übermacht beugen und den Rückzug antreten.
Nach Österreichs Einmarsch in Bayern im April schwor Napoleon, die Habsburger Monarchie zu zerschlagen, doch nötigten ihm die Schlachten von Aspern und Wagram Respekt ab, sodass er bei Znaim einen Waffenstillstand und im Herbst den Frieden von Schönbrunn abschloss.







