Erzherzog Carl und die „Schlacht bei Wagram“
Erzherzog Carl von Österreich-Teschen zählt zu den bedeutendsten österreichischen Feldherren des frühen 19. Jahrhunderts. Neben seinen militärischen Erfolgen war er vor allem als Reformer des österreichischen Heeres wichtig: Er verbesserte Ausbildung, Organisation und Sanitätswesen und genoss dadurch großes Ansehen bei Offizieren und Soldaten. Berühmt wurde er 1809 durch seinen Sieg über Napoleon bei Aspern-Essling.
Im selben Feldzug spielte Erzherzog Carl auch bei der Schlacht bei Wagram eine zentrale Rolle. Nach schweren Kämpfen am 5. und 6. Juli 1809 musste er den Rückzug antreten. Der später bei Znaim vereinbarte Waffenstillstand führte zwar zu seiner Suspendierung, trug aber wesentlich dazu bei, den Fortbestand der Habsburgermonarchie zu sichern.
Autor: Mag. Michael Wenzel
Audio Guide: Christian Matula
Foto: © Johann Baptist Seele, Porträt Erzherzog Carl
Public Domain, via Wikimedia Commons.
Wappen des Erzherzogs Carl
CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Erzherzog Carl
von Österreich-Teschen
Karl Ludwig Johann Joseph Laurenz von Habsburg-Lothringen
Erzherzog Carl wurde am 5. September 1771 in Florenz geboren und starb am 30. April 1847 in Wien. Als Angehöriger des Hauses Habsburg-Lothringen übernahm er früh militärische Aufgaben und zählte in den Koalitionskriegen bald zu den wichtigsten Heerführern der österreichischen Monarchie. Durch seine Erfahrung, Disziplin und sein Pflichtbewusstsein gewann er hohes Ansehen. Allerdings weckte dies auch Neid und Missgunst und führte zu vielen Intrigen und wiederholten Enthebungen von seinen Ämtern.
Carl war nicht nur Feldherr, sondern auch ein wichtiger Reformer des österreichischen Heeres. Er schaffte die lebenslange Dienstzeit ab, setzte sich für bessere Ausbildung, ein modernes Sanitätswesen, klarere Führungs-strukturen und eine modernere Organisation der Armee ein. Er war bei Offizieren und den einfachen Soldaten sehr beliebt.
Bereits 1796 als „Retter Deutschlands“ gefeiert, erlangte er 1809 durch seinen Sieg über Napoleon bei Aspern hohen Ruhm. Das berühmte Gemälde von Johann Peter Krafft und die Reiterstatue am Heldenplatz sind die bekanntesten Erinnerungen daran.
Nach seiner Suspendierung 1809 zog sich Carl ins Privatleben zurück und gilt als einer der bedeutendsten Militärschriftsteller des 19. Jahrhunderts. Aus seiner Ehe mit Henriette von Nassau-Weilburg gingen sieben Kinder hervor. Durch seinen Adoptivvater Albert von Sachsen-Teschen erlangte er auch ein ansehnliches Vermögen. Er starb im Alter von 75 Jahren am 30. April 1847 in Wien.
© Johann Peter Krafft
Public domain, via Wikimedia Commons
Erzherzog Carl
und die „Schlacht bei Wagram“
Um die großen Gebietsverluste durch den Frieden von Pressburg 1805 wettzumachen, schien der Zeitpunkt im Frühjahr 1809 günstig. Napoleon war noch mit seiner Armee in Spanien, als Carl im April in Bayern einmarschierte. In einer Serie unglücklicher Niederlagen musste er sich mit der Armee zurückziehen. Erzherzog Carl kam zwar zu spät, um den Fall Wiens am 13. Mai zu verhindern, doch konnte er Napoleon am 21. und 22. Mai bei Aspern erstmals schlagen.
Die neuerliche Entscheidung sollte in der Schlacht bei Wagram am 5. und 6. Juli fallen. Mit rund 300.000 Soldaten auf beiden Seiten und auch flächenmäßig war dies bis dahin die größte Schlacht, nur übertroffen von der Völkerschlacht bei Leipzig 1813.
Am 5. Juli konnten die Österreicher alle Angriffe auf die „Wagramhöhe“ abschlagen, Carl wurde verwundet. Sein Generalstabschef Wimpffen änderte Carls Defensivplan und diktierte hier in diesem Haus den Angriffsbefehl für den 6. Juli. Bis zum Vormittag waren die Österreicher mit dem Überraschungsmoment im Vorteil, doch Napoleon blieb ruhig und nutzte geschickt seine zahlenmäßige Überlegenheit.
Gegen Mittag musste Carl den Rückzug befehlen und sich nach Znaim zurückziehen. Da er die Gefahr erkannte, von der französischen Armee abgeschnitten zu werden, wurde bei Znaim ein Waffenstillstand vereinbart. Da dies Carl strikt untersagt war, wurde er am 23. Juli suspendiert. Allerdings rettete Carl mit diesem Waffenstillstand und dem folgenden Frieden von Schönbrunn den Fortbestand der Monarchie.







