1809 – Dioramen der österreichischen Armee

Dioramen der österreichischen Armee, überwiegend im Maßstab 1:72 (teils 28 mm), geschaffen von Manfred Fuchs. Im Mittelpunkt steht das Jahr 1809, als Veränderungen in der Uniformierung für besonders große Vielfalt sorgten – mit Truppen aus vielen Teilen der Habsburgermonarchie. Die Figuren sind nach Fachliteratur bemalt und in Kompanien, Bataillonen und Schwadronen aufgestellt; die Infanterie auf großen Platten, die Kavallerie in länglichen Segmenten.
Normalerweise werden in Dioramen Truppenstärken in einem gewissen Verhältnis dargestellt oder nur kleine Ausschnitte gezeigt. Das Besondere an diesen Dioramen ist, dass Bataillone, Kompanien und Kavallerie-Schwadronen in voller, ursprünglicher Stärke gezeigt werden. Die Einheiten in Bataillonsstärke haben daher 800–1.200 Figuren (!). Damit gewinnt man einen Eindruck davon, wie Truppenmassen damals gewirkt haben. Die Sammlung besteht insgesamt aus rund 40 „Einheiten“ auf 60 Platten und ca. 13.000 Figuren.
Foto: © Museumsgesellschaft Deutsch-Wagram
Exponate in diesem Bereich:
Ebene 1:
Österreichischer Generalstab 1809
Der kommandierende General beobachtet mit dem Fernrohr den Feind. Generäle und Offiziere der verschiedensten Truppengattungen – Husaren, Kürassiere und Angehörige des Generalquartiermeisterstabs – sind anwesend. Als „Bedeckung“, also zum Schutz des Generalstabes, ist ein „Husaren-Flügel“ abgestellt.
Ebene 2:
IR 32 Esterházy – (1 Kompanie Füsiliere) Ungarn
Waren ungarische Regimenter seit jeher an den „ungarischen“ blauen Hosen erkennbar, tauschten sie vor dem Feldzug 1809 den Lederhelm Muster 1798 gegen den Tschako (Muster 1806). Das gezeigte Regiment war dem Armee-Korps Ignaz Giulay zugeteilt und befand sich zur Zeit der Schlacht in der Steiermark. Die bei Wagram fechtenden ungarischen Regimenter IR 2 Hiller, IR 33 Sztáray, IR 39 Duka, IR 51 Splényi und IR 60 Giulay waren – abgesehen von der jeweiligen „Egalisierungsfarbe“ – ident uniformiert.
IR 51 Splényi (1 Kompanie Füsiliere) Transsylvanien
Dieses Regiment war dem VI. Armee-Korps Klenau zugeteilt und kämpfte in der Schlacht bei Wagram am rechten Flügel bei Aspern. Obwohl es „ungarisch“ war, also die traditionellen blauen Hosen trug, hatte das Regiment 1809 wohl noch die „alten ledernen Helme“, die 1809 eigentlich ein Kennzeichen der „deutschen“ Infanterie waren.
Ebene 3:
Ulanen-Reg. Merveldt – ½ Eskadron (Schwadron)
Dieses Regiment kämpfte in Polen unter Erzherzog Ferdinand. Bei Wagram nahmen die 2. Schwarzenberg- und die 3. Erzherzog-Carl-Ulanen teil. Diese waren statt der „kaisergelben“ Czapka (polnischer Hut) an Czapkas in „grasgrün“ bzw. „scharlachrot“ erkennbar. Beide Regimenter kämpften am 6. Juli bei Gerasdorf.
Bat. Feldjäger – (Plänklerkette) Böhmen
Eingeteilt in die „Avantgarde“ (Vorhut) des I. Armee-Korps Bellegarde kämpfte das Bataillon am 5. Juli am südlichen Ortsrand von Deutsch-Wagram und am 6. Juli bei Aderklaa. Das Diorama zeigt eine Abteilung Jäger beim „Plänkeln“ in einem kleinen Waldstück, z. B. am Rußbach. In der Mitte ist der kommandierende Offizier zu sehen, der zusammen mit den Unteroffizieren das Gefecht leitet.
Ebene 4:
5. Husaren-Reg. Ott – ½ Eskadron (Schwadron) Ungarn
Die Husaren stellten die sogenannte „leichte Kavallerie“ und kamen ausschließlich aus dem Kronland Ungarn. Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts hatten nahezu alle europäischen Armeen Husaren. Die Ott-Husaren waren in der Italienarmee Erzherzog Johanns eingeteilt und befanden sich am 6. Juli auf dem Weg von Marchegg ins Marchfeld; am Abend dieses Tages streiften sie bis in die Gegend von Deutsch-Wagram. Ganz ähnlich adjustiert (mit hellblauen Tschakos) waren die 4. Ferdinand-Husaren im IV. Armee-Korps Rosenberg, die am 6. Juli bei Markgrafneusiedl kämpften.
Ebene 5:
Grenadier-Bataillon van der Mühlen – 4 Kompanien
Jedes Infanterieregiment hatte 2 Grenadierkompanien, die „Veteranen- bzw. Eliteeinheiten“. Diese waren an ihren hohen „Bärenfellmützen“ zu erkennen. Sie kämpften nicht mit ihrem Regiment, sondern wurden zu Grenadierbataillonen aus zwei oder meist drei Regimentern zusammengefasst und nach dem ranghöchsten, also kommandierenden Offizier – meist einem Major – benannt. Dieses Grenadier-Bataillon bestand aus je zwei Kompanien des IR 53 Johann Jellacic („dunkelrot“) aus dem Banat und des IR 62 Franz Jellacic („grasgrün“) aus dem Banat und der Vojvodina (539 Figuren). Dieses Grenadier-Bataillon war dem Korps Erzherzog Johann zugeteilt.




