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Des Kaisers Artillerie

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Teil der Sonderausstellung „Des Kaisers Artillerie und Fuhrwesen“ mit Modellen von Mag. Pawel Zatonski.

In dieser Vitrine werden unterschiedliche Bereiche der kaiserlichen Artillerie anschaulich vorgestellt. Zu sehen sind eine 6-Pfünder-Feldkanone, das häufigste österreichische Feldgeschütz der Schlacht bei Wagram, ein mobiler Artilleriekran sowie eine 18-Pfund-Verteidigungskanone in Transportstellung. Ergänzt wird die Präsentation durch das Modell einer Brigade-Batterie im Gefecht und durch originale Kleinfunde wie einen Kanonenzünder („Brandel“) und einen Uniformknopf des Artillerieregiments Nr. 3. Die Modelle schuf Mag. Pawel Zatonski nach Originalplänen im Maßstab 1:16.

Foto und Audio Guide: © Christian Matula

Exponate in diesem Bereich:

Die Exponate sind nummeriert. Erläuterungen zu den jeweiligen Nummern finden Sie direkt nachstehend.

1.
6-Pfünder-Feldkanone
War die 3-Pfünderkanone im 18. Jahrhundert noch die Standardkanone, wurde sie zunehmend durch die 6-Pfund-Kanone ersetzt. Von den bei Wagram eingesetzten österreichischen 332 Kanonen waren 208 6-Pfünder-Feldkanonen. Daher könnte man sie als „Standardkanone“ der Schlacht bei Wagram bezeichnen. Der 6-Pfünder wurde mit vier Pferden bespannt (vierspännig). Bedient wurde die Kanone von vier Artilleristen und sechs Hilfskräften, den sogenannten „Handlangern“.
Technische Daten:
Durchmesser: 93 mm (Rohr), 90 mm (Kugel)
Länge: 158,3 cm; Gewicht: 388 kg
Reichweite:
Vollkugel: 500–1.400 Schritt (315–882 m)
Kartätsche (Schrot): 300–600 Schritt (189–378 m)
2.
Mobiler Artilleriekran
Bei schweren Kanonen, z. B. 12- oder 18-Pfündern, musste das Rohr vom Transport in die Gefechtsposition gehoben werden. Das gleiche Problem bestand auch bei französischen 8- und 12-Pfündern.
3.
18-Pfund-Verteidigungskanone (in Transportposition)
Zum Unterschied zu den bronzenen Feldgeschützen waren Geschütze, die für den Einsatz in Festungen vorgesehen waren, aus Eisen. Aufgrund dieser defensiven Aufgabe wurden sie auch „Verteidigungskanonen“ genannt. Daher waren diese Kanonenrohre wesentlich billiger, aber weniger haltbar als Bronzerohre. Die Lafette spiegelt den Einsatz in Festungen wider und musste nicht die Mobilität der Feldlafetten aufweisen. Diese Kanone wurde in allen großen Festungen der Monarchie, z. B. auch bei der Verteidigung von Wien 1809, eingesetzt. Zur Belagerung von Festungen waren bronzene Kanonen hohen Kalibers vorgesehen (18 und 24 Pfund sowie auch Mörser mit 32, 64 oder gar 100 Pfund). Auch in den Lobaubatterien kamen auf französischer Seite solche Kanonen zum Einsatz.
4.
Brigade-Batterie im Gefecht
8 Kanonen, 32 Wagen, 127 Figuren, im Maßstab 1:72 gebaut von Franz Fuchs
1809 wurde die Regimentsartillerie aufgegeben und alle Kanonen in Batterien eingeteilt. Die „leichten oder Brigadebatterien“ waren mit je 8 Kanonen zu 3 oder 6 Pfund ausgestattet. Neben den Brigadebatterien gab es noch die Kavallerie-Batterien und die zur Unterstützung gedachten Positionsbatterien, die mit 6- oder den schwereren 12-Pfündern ausgestattet waren.
5a.
„Brandel“ (Kanonenzünder)
Die aus Zinn oder Messing gefertigten Brandel dienten als Kanonenzünder. Diese waren wasserdicht gefertigt und wurden auf die Kanone aufgesetzt bzw. „eingeschlagen“. Dies war eine wichtige Neuerung der österreichischen Armee in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zur Standardisierung und zur Erhöhung der Schussfolge. Da auch die in einer Kartusche vorgefertigte Munition wasserdicht war, konnte die Artillerie auch bei Regen feuern.
5b.
Uniformknopf Artillerieregiment Nr. 3
Ähnlich wie die französischen Regimentsknöpfe hatten nur die Jägerbataillone und Artillerieregimenter Nummern. Die Knöpfe der Infanterie- und Kavallerieregimenter waren schlicht und ohne Nummerierung. Wir bedanken uns bei Herrn M. Englisch für den Fund und Herrn Jürgen Gaunersdorfer aus Parbasdorf für die Zurverfügungstellung dieses seltenen Fundes.

Mag. Pawel Zatonski ist Geologe und fertigt seit über 20 Jahren originalgetreue historische Modelle nach Originalplänen aus Archiven, etwa dem Kriegsarchiv Wien. Seine Arbeiten zeichnen sich durch hohe Detailtreue und die Verwendung authentischer Materialien wie Eisen, Messing, Kupfer, Holz und Leinen aus.