15B

Des Kaisers Fuhrwesen

Audio Guide Deutsch:

Audio Guide English:

Teil der Sonderausstellung „Des Kaisers Artillerie und Fuhrwesen“ mit Modellen von Mag. Pawel Zatonski.

Hinter der Schlagkraft des kaiserlichen Heeres stand ein weit verzweigtes Fuhrwesen, das Munition, Versorgungsgüter und Verwundete beförderte. In dieser Vitrine sind verschiedene Wagen und Hilfsmittel des Heeres zu sehen: ein vierspänniger Munitionswagen als Standardfahrzeug der Artilleriereserve, ein zweispänniger Munitionswagen, ein kleiner Transportwagen für Nachschubgüter sowie eine Feldschmiede zur Versorgung und Reparatur im Feld. Ergänzt wird die Präsentation durch einen Leiterwagen für den Verwundetentransport, der den vielseitigen Einsatz solcher Fahrzeuge im Kriegsalltag veranschaulicht.

Foto und Audio Guide: © Christian Matula

Exponate in diesem Bereich:

Die Exponate sind nummeriert. Erläuterungen zu den jeweiligen Nummern finden Sie direkt nachstehend.

Oben:
6.
Leiterwagen – Verwundetentransport – 1809
Die leicht Verwundeten blieben beim jeweiligen Regiment und folgten in solchen Leiterwagen ihrem Regiment. Aufschrift „Infanterie-Regiment 9 – Fürst Czartorysky“. Dieses Regiment stand im V. Armeekorps Fürst Reuss am Bisamberg und donauaufwärts und nahm nicht an der Schlacht von Wagram teil. Da solche Wagen nur in geringer Anzahl verfügbar waren, wurden die Verwundeten meist auf leeren Munitionswagen transportiert.
7.
Kleiner Transportwagen 1805
Dieser einspännige, daher von einem Pferd gezogene Wagen, wurde zum Transport von diversen Nachschubgütern, v. a. von Nahrungsmitteln, verwendet.
8.
Feldschmiede
Während des 18. Jahrhunderts hatte jedes Regiment seine eigene Regimentsschmiede. Jedoch wurden mit der Reduktion des Trosses diese abgeschafft und nur mehr eine pro Division zugelassen, daher wurden pro Armeekorps 3 bis 5 Feldschmieden eingesetzt. Dieser schwere Wagen wurde von zwei oder vier Pferden gezogen. Diese Feldschmiede trägt die Aufschrift IR 9 Czartorysky. Bei Wagram stand dieses Regiment im V. Armeekorps Reuss zwischen Floridsdorf und Korneuburg.
Unten:
9.
2-spänniger Munitionswagen
Der zweispännige Munitionswagen wurde von zwei Pferden gezogen und war der Standard-Munitionswagen der Armee. Diese Wagen waren direkt den Batterien und einzelnen Kanonen zugeteilt. Bei Wagram waren insgesamt 737 solcher Wagen im Einsatz. Für eine 6-Pfünder-Feldkanone fasste der Wagen 160 Patronen, also Kugeln samt Ladungen. Für eine 12-Pfünder-Kanone waren es 70 Patronen, einschließlich der notwendigen Requisiten wie Brandröhren – also Zünder – und ähnlichem Zubehör.
10.
6-spänniger Munitionswagen (ab 1773)
Dieser Munitionswagen wurde von sechs Pferden gezogen. Er war der größte und schwerste Wagen seiner Art und wurde daher auch „schwerer Munitionswagen“ genannt. 1809 wurden diese Wagen ausschließlich im Nachschub eingesetzt und bildeten als sogenannte „schwere Reserve“ einen wichtigen Teil der Versorgung. Die Bezeichnung „AR 3“ verweist auf die Zugehörigkeit zum 3. Artillerieregiment. Bei Wagram war dieses dem III. Armeekorps unter Kollowrat sowie dem Reservekorps unter Liechtenstein zugeteilt.
11.
4-spänniger Munitionswagen
Der 4-spännige, daher von 4 Pferden gezogene Munitionswagen war der Standardwagen der Artillerie bzw. der Munitionsreserven. Allein 261 dieser Wagen hatten Munition für 6-Pfünder geladen. Das Modell wird originalgetreu mit allen Munitionskisten und sonstigen Requisiten gezeigt. Diese Wagen brachten die Reservemunition von der „schweren Artilleriereserve“ auf der Hohenleiten zu den einzelnen Armee-Korps. Einmal entleert, dienten sie am Rückweg oft zum Verwundetentransport.

Mag. Pawel Zatonski ist Geologe und fertigt seit über 20 Jahren originalgetreue historische Modelle nach Originalplänen aus Archiven, etwa dem Kriegsarchiv Wien. Seine Arbeiten zeichnen sich durch hohe Detailtreue und die Verwendung authentischer Materialien wie Eisen, Messing, Kupfer, Holz und Leinen aus.