Ein geschichtsträchtiger Ort
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Der „Erzherzog Carl-Saal“
Im Erzherzog Carl-Saal finden regelmäßig Veranstaltungen, Konzerte, Vorträge und weitere kulturelle Angebote statt. Zugleich erinnert dieser Ort an Erzherzog Carl, der nicht nur als Feldherr in die Geschichte einging, sondern auch als Mensch, der selbst in bewegten Zeiten der Musik Raum gab.
Erzherzog Carl und das „Fortepiano im Hauptquartier“
Zu den überlieferten Erinnerungen an Erzherzog Carl gehört nicht nur das Bild des Feldherrn, sondern auch das des musizierenden Privatmannes. Selbst im Feldzug nahm er sich dafür Zeit. Der Offizier und Schriftsteller Karl August Varnhagen von Ense schildert in seinen „Denkwürdigkeiten des eigenen Lebens“ seine Ankunft in Deutsch-Wagram am 21. Juni 1809.
Gleich an seinem ersten Vormittag habe er unter den Fenstern des Erzherzogs gestanden und ihm etwa eine Stunde lang zugehört, wie dieser seine freie Zeit nutzte, „auf dem Fortepiano zu phantasieren“, bevor er zu Pferde ins Lager ritt.
Das „Fortepiano“ war um 1800 die gebräuchliche Form des Klaviers mit Hammermechanik und feiner Abstufung der Lautstärke. Das Haus, in dem sich dieser Saal befindet, gehörte damals der adligen Familie Managetta (Theresia Edle von Managetta und Lerchenau und ihrem Ehemann Ritter Daniel, ehemaliger Schlossherr von Schloss Würnitz).
In solchen vornehmen Haushalten gehörte ein Fortepiano zur festen Ausstattung der Wohn- und Repräsentationsräume – auch in jenem Raum, der heute den Namen Erzherzog Carl-Saal trägt.
Der Zeitzeuge: Karl August Varnhagen von Ense
Karl August Varnhagen von Ense (1785–1858) war preußischer Offizier, später Diplomat und Schriftsteller. 1809 diente er als freiwilliger Offizier im österreichischen Heer im Feldzug gegen Napoleon. Seine Aufzeichnungen zählen zu den wichtigsten zeitgenössischen Quellen zur Schlacht von Deutsch-Wagram und zum persönlichen Bild Erzherzog Carls.
Wir wünschen Ihnen eine anregende Veranstaltung und einen angenehmen Aufenthalt im Erzherzog Carl-Saal.
Die Museumsgesellschaft Deutsch-Wagram.
Fotos: © Franz Spehn, Christian Matula, Wiki Commons








